Der Flat Coated Retriever
Der Flat ist ein Arbeitshund, welcher seinen Ursprung im Apportieren bei der jagdichen Arbeit findet. Außerhalb der Jagd ist er vielseitig einsetzbar. Dummyarbeit, Mantrailing, Rettungshundearbeit, Hundesport - bei allem ist er mit großer Einsatzfreunde und einem guten Talent dabei.
Die offizielle Rassebeschreibung des DRC findest Du hier.
Warum ein Flat?
Wir wollten einen aktiven Hund, der uns beim Joggen, am Rad und am Pferd begleitet, sich gut im Familientrubel zurechtfindet, ein absolut gutmütiges und freundliches Wesen besitzt und keinerlei Hang zu Aggressionen hat. Er sollte die Kinder nicht hüten und nicht ständig beschützen wollen und halbwegs einfach zu erziehen sein. Der Flat schien all diese Punkte zu erfüllen. So zog, so dass im August 2018 Ellie bei uns einzog.
War es die richtige Entscheidung?
JA! Für uns gibt es keine schönere und angenehmere Rasse als den Flat Coated Retriever. Alle Flats, die ich im Laufe der Zeit im Training kennengelernt habe, sind absolut klasse! Ich habe bisher keinen Flat kennengelernt, der nicht aufgeschlossen auf Hunde und andere Menschen zugeht und diese mit seiner wedelnden Rute, ach nein - nicht der Flat wedelt mit der Rute, sondern die Rute mit dem Flat :-) - und dem bestechenden Blick um den Finger wickelt. Einzig der Punkt mit der einfachen Erziehung hat sich nicht unbedingt bestätigt. :-D
Ellie ist unser absoluter Herzenshund! Sie ist flattypisch immer gut gelaunt, wickelt jeden um den Finger und ist für jede Aktion zu haben. Sie ist ein Hund, der einfach nur Spaß macht!
Als Ellie mit 8 Wochen zu uns kam, war sie welpentypisch ein echter Wirbelwind. Wir hatten natürlich vorher einige Bücher gelesen und uns schon mal mit Hundeschulen und Welpengruppen in der Umgebung vertraut gemacht und hatten eine Idee von dem, was auf uns zukommt. Aber, dass die ersten Wochen so anstrengend werden, hatte ich nicht erwartet.
Die erste Zeit
Ich weiß nicht, wieviele USB-Kabel Ellie als Welpe geschreddert hat, obwohl wir diese nicht einfach so rumliegen ließen. Während des Zahnwechsels nagte sie Stühle an und Löcher in unsere Flurwand, trotz Kauwurzeln und ähnlichen Dingen, die ihr zur Verfügung standen. Sie fraß im Haus, im Garten und auf Spaziergängen retrieverlike alles, was sie finden konnte. Bei einem Sommerfest fraß sie kaputte Luftballons, obwohl ich sie ständig im Auge hatte. In den nächsten Tagen konnte man genau sehen, welcher Haufen im Wald von Ellie war, weil jeder mit einem Luftballon verziert war. Heute kann ich mit einem Schmunzeln davon erzählen, damals hatte ich Angst, da die ganze Aktion auch ordentlich ins Auge hätten gehen können. Ich hatte diesen Hund immer im Blick und war sehr umsichtig und trotzdem kam es immer wieder zu solchen Situationen. Auf Dauer konnte das nicht gutgehen. Glücklicherweise hörte sie irgendwann auf, alles zu inhalieren und es wurde entspannter. Heute würde ich sie nicht mehr als verfressen bezeichnen. Wenn sie zwischen Ball und Leckerchen als Belohnung wählen kann, nimmt sie den Ball.
Sie war als junger Hund unermüdlich. Im ersten Jahr war sie nicht kaputt zu kriegen und ich hatte Mühe, sie auszulasten. Am Rad laufen und zum Joggen mitkommen, sollte sie ja noch nicht. Wir gingen zwar zur Hundeschule und zum Dummytraining, probierten auch Mantrailing aus, aber gereicht hat ihr das nicht. Im Sommer konnte sie einfach im Garten mitlaufen, aber im Winter war es sehr herausfordernd. Ich war sehr froh, als sie endlich alt genug war, um mich auf meinen Laufrunden zu begleiten.
Ellie war von Beginn an ein toller Familienhund. Sie fand unsere damals achtjährigen Kinder toll und freute sich über jeden Besuch. Bei hundeunerfahrenen Kindern und Erwachsenen musste man sie in ihrer überschwänglichen Freude etwas zurückhalten, sie war aber immer freundlich und aufgeschlossen.
Heute
Ellie hat sich genau zu dem Hund entwickelt, den wir uns gewünscht haben. Dies hat sicherlich zum einen mit den Eigenschaften des Flat Coated Retrievers und ihrer Linie zu tun, zum anderen mit einer großen Portion Arbeit, die wir in ihre Erziehung gesteckt haben. Ich bin nicht die Konsequenz in Person und musste erst lernen, dass der Flat Coated Retriever seine Bezugsperson nur zu gut mit seinem sensiblen und clownartigen Wesen täuscht und man gerne mal "alle Fünfe gerade sein lässt". Er benötigt eine sehr sanfte, aber durchaus sehr konsequente Führung! Andernfalls tanzt er einem auf der Nase herum und man hat einen gummiballartigen Zeitgenossen neben sich herumhüpfen, der auf jede Ablenkung anspringt.
Ellie ist ein grundsätzlich freundlicher und gutgelaunter Hund, der bei allem lieber mitten drin statt nur dabei ist. Sie ist nach wie vor sehr aktiv. Sie begleitet mich beim Joggen und regelmäßig zum Agility. Beim Agility haben wir beide richtig Spaß. Sie macht es super und es ist total schön, wie wir uns als Team entwickelt haben. Sie achtet sehr auf mich und ist hochkonzentriert. Zudem nehme ich sie regelmäßig mit auf Ausritte. Hier kommt mir die Arbeit, die ich in die Erziehung und Bindung gesteckt habe, zu Gute. Ellie lässt sich vom Pferd aus sehr gut steuern. Rückruf, Fuß am Pferd, Sitz auf Entfernung, Ablegen vor Straßen - alles klappt sicher. Mit Käse in der Tasche ist sie dabei nicht nur zuverlässig, sondern auch sehr motiviert. :-) Nur "just for fun“ trainieren wir hin und wieder mit dem Dummy. Sie arbeitet gut - apportiert sehr gerne, zeigt einen großen Finderwillen und ist sehr ausdauernd dabei. Ich finde es schön, sie bei der Arbeit zu beobachten, mir fehlt hier allerdings der Ehrgeiz, Baustellen anzugehen, um voranzukommen.
Im Alltag ist Ellie ein Schatz. Sie bleibt in allen Situationen gechillt, ist anderen Hunden gegenüber immer freundlich gestimmt und eher unterwürfig unterwegs. Es dauert sehr lange, bis ihre Toleranz ausgereizt ist und sie "mal eine Ansage" macht. Diese Ansage verläuft immer souverän und nie aggressiv. Im Normalfall interessiert sie sich nicht für andere Hunde. Sie hat zwei beste Freunde, mit denen sie toll spielt, alle anderen sind ihr ziemlich egal. Alltagssituationen wie Alleinebleiben, Autofahren, Stadtbummel, Hotelübernachtungen etc. sind mit ihr immer unkompliziert. Im Urlaub fühlt sie sich sowohl in den Bergen als auch am Meer sehr wohl. Flattypisch ist sie natürlich eine Wasserrate. Regelmäßig nehme ich Ellie mit ins Büro (#OfficeDog). In der Regel liegt sie schlafend dicht an meinem Schreibtischstuhl, so dass ich mich nicht bewegen kann oder genießt die Streicheleinheiten meiner Kolleginnen und Kollegen, welche an diesen Tagen auffallend häufig in meinem Büro vorbeischauen. ;-)
Ist das die richtige Rasse für Dich?
Ich kann mir vorstellen, dass Du bei diesen Schilderungen denkst: „Wow, genau so einen Hund will ich haben. Die Rasse ist genau richtig für mich!“
Ja, das stimmt, wenn Du gerne viel draußen unterwegs bist, richtig Lust und Zeit hast, mindestens in den ersten drei Jahren (erst dann zeigt der Flat in der Regel eine gewisse erwachsene Reife) viel Arbeit und Verstand in die Hundeerziehung zu stecken und dabei nicht nach veralteten Erziehungsmethoden vorgehst. 3 Mal täglich 20 Minuten spazieren gehen reicht nicht, der Flat benötigt Auslastung für Kopf und Körper. Die Bandbreite der Beschäftigungsmöglichkeiten und Hundesportarten ist groß, so dass Du sicherlich etwas passendes für Dich findest.
Gerne erzähle ich Dir in einem persönlichen Kennenlernen mehr über die Vor- und Nachteile dieser Rasse.